Maria Steinbach
der Wallfahrtsort im Allgäu
heißt Sie
Herzlich Willkommen!
Steinbach - den
Namen "Maria Steinbach" erhielt der Ort amtlich erst 1954, in
Unterscheidung zu anderen gleichnamigen Ortsbezeichnungen und um die Bedeutung
von eben diesem Steinbach herauszuheben - liegt an der Iller rund 50
Kilometer nordöstlich vom Bodensee im Landkreis Unterallgäu zwischen
Leutkirch und Memmingen. Bis zur Säkularisation 1803 gehörte es dem
benachbarten Prämonstratenser-Kloster Rot an der Rot. Im Jahre 1728 wurden
drei farbig gefasste Holzfiguren aus Roter Bestand, die zuvor in einer
Feldkapelle gestanden hatten, in die Steinbacher Kirche gebracht: ein
Kruzifix, eine Johannes- und eine Madonnenfigur, eine so genannte
"Schmerzensmutter", deren Brust von einem Schwert durchbohrt ist.
Dort standen
die Figuren, wie der Chronist meldet, zunächst "zwey Jahr ohne besondere
Beobachtung". Seit Juni 1730 häuften sich dann Aussagen von
Kirchgängern, die merkwürdige Dinge an der Muttergottesstatue wahrgenommen
haben wollten: Maria verfärbe ihr Gesicht, sie weine Tränen und bewege Augen
und Augenlider.
Mechanische
Effekte an der Statue konnten jedoch ausgeschlossen werden: Hinzugezogene
Schreiner versicherten, es sei an ihr "kein einziges Kunstgrifflein"
zu entdecken. - Die Schilderungen der Augenzeugen insgesamt ließen nach
Auffassung der Kommission keine andere Deutung zu, als dass es mit den
berichteten Erscheinungen seine Richtigkeit habe. Der Bischof verfügte, das
Madonnenbild "solle genennt werden ein wahrhaft Miraculoses und
Wunderthätiges". Zu Pfingsten 1734 wurde die Anerkennung der Wallfahrt
mit einem prächtigen Dankfest gefeiert, zu dem sich zwischen 20- und 30 000
Besucher einfanden.
Maria Steinbach
entwickelte sich - neben Altötting, Ettal, Maria Einsiedeln und der
Wieskirche - zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte im deutschsprachigen
Süden. Die Pilger kamen aus einem Gebiet zwischen Rhein und Lech,
Schwäbischer Alb und Bodensee; selbst aus Tirol und Graubünden sind
Wallfahrer genannt. Zwischen 1737 und 1740 wurden 7050 Messen gelesen, 125
835 mal wurde die Kommunion ausgeteilt.
Bald war die
Kirche zu klein. Der Wallfahrtspfarrer und spätere Roter Abt Benedikt
Stadelhofer betrieb den Bau eines größeren Gotteshauses, das unter mehreren
(namentlich unbekannt gebliebenen) Baumeistern entstand und 1755 geweiht
wurde.
Kurzer
Abriss über die Wallfahrt in Maria Steinbach
Der kleine Ort
Steinbach gelangte 1181 durch Tausch an das Prämonstratenserstift Rot an der
Rot und blieb über sechs Jahrhunderte bis zur Auflösung der Klöster im Jahr
1803 in dessen Besitz. Auf die vorhandene Kirche folgte eine größere, die
1510 eingeweiht wurde; Patrone waren die Heiligen Ulrich und Verena.
Die bescheidene
Roter Landkirche gewann rasch an Bedeutung, als Abt Hermann Vogler ihr im
Jahr 1723 einen Kreuzpartikel verehrte. Nach Aussetzung dieser kostbaren
Reliquie beim Kreuzamt jeden Freitag, wie dies heute noch geschieht, begann
der Zustrom der Gläubigen aus der näheren Umgebung. Die Wallfahrt zum Hl. Kreuz
brachte die ersten Votivtafeln mit der verehrten Reliquie. Auf die am 2. Juni
1730 zum ersten Mal beobachtete Augenwende beim Marienbild, die sich in den
folgenden Jahrzehnten wiederholte, nahm die Wallfahrt zur Schmerzhaften
Muttergottes einen großen Aufschwung, dass sie als weitberühmte Wallfahrt in
Oberschwaben genannt wurde.
Regelmäßig
kamen zu Fuß Wallfahrer aus dem Taubertal, wie Einzelwallfahrer aus
Innsbruck, Regensburg, Wien, sowie Gruppen aus Graubünden, Vorarlberg, der
Innerschweiz bis zum Schwarzwald.
Die
Wallfahrtsseelsorge wurde am 1. Februar 1952 wiederum in die Obhut von
Ordensleuten, den Salvatorianern (Gesellschaft des göttlichen Heilandes)
übertragen.
Das ganze Jahr
über finden Besucher den Weg nach Steinbach, wobei nicht immer klar zu trennen
ist zwischen Wallfahrern im engeren Sinne und Kunstinteressierten.
Mag das
"Stein" im Ortsnamen wo auch immer herkommen, Maria Steinbach ist
ein Ort, an dem jährlich Tausende von Pilgern ihre Last, ihre Steine
loswerden können. Die heutigen Wunder sind meist nicht spektakulär, aber zu
wissen, dass Gott mich in seiner Hand hält und wieder zuversichtlicher ins
Leben gehen zu können, ist auch wunderbar.